Förderverein Reuter-Museen e.V.

 

 

Am 15. September startete die Auto-Tour. Up Reuter sien Spurn

Am Gutshaus in Thalberg

De Förderverein Reuter-Museen harr tau ein Autofohrt up Fritz Reuters Spurn inlåd. Natürlich hemm wi uns tauierst in Stemhagen ünner Fritzing sien fründlichen Ogen dråpen. Renate Drefahl, de Vörsitterin von unsen Verein, begrüßte uns hartlich, geef jeden Fåhrer den'n Tourenplan un wünschte gaude Fohrt. Nåh ein korten Hålt in Ivenack ant olle Dur un en Blick in de Kark, wobi Herr Peters, de Vörsitter vun den Kirchengemeinderat, uns wat tau ehr Geschicht vertellte, güng't denn wieder nåh Thålbarg.

Dor täufte ant Gautshus Fomilie Willert schon up uns. In dit Hus wier Reuter oft tau Gast un hett sik dor ümmer woll fäuhlt. Dorvon harr'n bestimmt de Reuterbank ut Stein, de herrliche Linn un ein groten Ibenbom mit wiet utladende Twiege, de wi in'n Park funn hemm, vertellen künnt.


Während des Stadtrundganges mit Herrn Klage vom Treptower Kultur- und Heimatverein

Un wieder güng de Fohrt nåh Ollen Treptow. Dor vergrötterte sik uns Grupp up knapp sösstich Lüd. In disse lütte Ackerbörgerstadt harr Fritz Reuter siene ierste Anstellung as Turn- un Teikenlihrer. De Treptower Kultur- un Heimatverein nähm uns mit up ein Stadtrundgang, üm uns Reuters Spurn tau wiesen. Tietwies wier dat för mi doch ein bäten langtoegsch, bet wi an den groten Findling ünnerhalf von Klosterbarg håltmakten. De hett Indruck makt, mächtich gewaltich licht hei dor.





Erinnerung an den Turnplatz

Hett Fritzing dat bewågen, sik in disse Neech ein schönet Flach för sien Turnplatz uttausäuken ? Man kann sik öber gaut vörstellen, dat Reuter hier siene Schäuler för den'n Sport begeistert hett. Gaut finden wi, dat de Stadt dissen Platz werrer mit Läben füllen will.

Tämlich fix güng dat nu tröch taun Verpusten, Äten un Drinken. Flietige Frugens- un Mannslüd harrn för't Picknick sorgt. Frau Markwart hett uns de Stadtbibliothek open makt. Allet wier apptitlich herricht. Dor bleef kein Wunsch åpen.




Erläuterungen zur Geschichte der Kirche

Gestärkt güng dat denn wieder nåh Siedenbollentin. Ok hier wier Reuters Geist noch tau spürn, ob dat inne Kirch, inne Reuter-Grotte orrer an de Graffstätt von Reuter siene Frünn, Fritz un Marie Peters, wier. Öber an kein Stell würd ein bäten länger plattdütsch språken. Ob Fritzing dat gefallen deit?






Friedhelm Ptok während der Lesung

Öber, nåh dat Koffedrinken hürten wi in plattdütsch von Friedhelm Ptok einiges „Ut miene Festungstiet“. För Reuterfrünn wier dat ein Dach riek an interessante Beläbnisse un dårför mücht ik all de Lüd, de dahn hebben, wat sei daun künn', hartlichen Dank seggen!

A.Brinckmann, Schorssow. Mitglied des Fördervereins Reuter-Museen e.V.

Fotos: Wolfgang Mahnke, Dagmar Wiegert, Annelies Kossyk


Aus dem Vereinsleben

Das Fritz-Reuter-Literaturmuseums Stavenhagen hatte in 21. Auflage zur Museumshoffete eingeladen. Es war für Freunde des Museums und Mitglieder des Fördervereins eine gelungene Veranstaltung. Der Auftritt des „Dorftheaters Siemitz“ mit Sabine Zinnecker und Dietmar Staskowiak in einer neuen Version von „Rotkäppchen“ begeisterte und das Publikum wurde gleich mit in die Vorstellung einbezogen. Da wurde gesungen, philosophiert, operiert, gezwitschert, geschnarcht und getrötet. In einem fast nicht enden wollenden Beifall erging der Dank an die Künstler.

Der zweite Teil des Abends bestand aus „Äten, Drinken, Vertellen,Verpusten“. Der Museumshof war einladend gestaltet, die Tische mit Gartenblumen geschmückt und der laue Sommerabend trug zu einer wunderbaren Athmosphäre bei. Im Beisammensein gab es viel Stoff für gedanklichen Austausch und Unterhaltung. Auch das Buffet mit den schon sprichwörtlich mit viel Liebe und Arbeit und in einer großen Auswahl zubereiteten kulinarischen Genüssen, gebraten, gekocht, gebacken und arrangiert von Helfern aus dem Förderverein, erfreute sich eines regen Zuspruchs. Am Ende waren sich alle einig, im nächsten Jahr „maken wi dat wedder so“.

Foto: Michael Häcker


Reuterfreunde trotzten der hahnenbüchenen Hitze

Am Ende waren sich alle einig, auch dieses Mal war's wieder eine schöne und interessante „Tour de Reuter“, angereichert mit Natur und Literatur.

Treffpunkt Reuterdenkmal


Von Stavenhagen aus ging es ins „Onkel-Bräsig-Dorf“ Jürgenstorf, dort besuchten wir Bräsig, Reuters berühmtste literarische Figur, am Hauhnerwiem. (Plastik von Günter Kaden). Gerade zu dem Zeitpunkt trafen sich dort auch Freunde historischer Fahrzeuge. Bräsig wird nicht schlecht gestaunt haben ob der geballten Motorenkraft, mit der die Landarbeit um ein vielfaches leichter geworden war. Aber, „dass du die Nas' ins Gesicht behältst“, ein Geknatter und Gebrumm war's auch.



Kirche Sülten

Der weitere Weg führte durch herrliche Natur nach Sülten. Halt machten wir an der Kirche. Wir besahen uns das eindrucksvolle, schöne Gebäude und hörten von Herrn Lehmann etwas zur Geschichte des Dorfes.









Im Park Luplow


Gestärkt durch eine kleine Erfrischung ging es über Bredenfelde nach Luplow.

Wer gedacht hätte, nur in der Mecklenburgischen Schweiz gäbe es, wie der Mecklenburger sagt, Berge, hatte weit gefehlt. Eine hügelige Landschaft gewährte wundervolle Ausblicke und forderte Muskelkraft. Am Gutshaus angekommen, belohnte ein kleiner Spaziergang durch den Park mit dem Anblick der uralten Bäume, dem Duft der historischen Rosen und der beeindruckenden Sichtachse die Mühe.

In einer Führung erfuhren wir Wissenswertes zur Geschichte des Dorfes und des Gebäudes. Genauso interessant war auch die Besichtigung der Kirche. Dank der Kirchgemeinde, die sich mit viel Engagement zur Restaurierung dieser alten Feldsteinkirche eingesetzt hat, wie überhaupt das gesamte Dorf den Eindruck einer gut funktionierenden Gemeinschaft vermittelte.





letzte Rast in Voßhagen

            

Nach Vertellen und Verpusten, verbunden mit Äten un Drinken, ging es wieder in den Sattel, auf nach Voßhagen. Kluge Landschaftsgestalter hatten dafür gesorgt, dass die Chausseen nicht nur gut gepflastert waren, sondern ein reichhaltiger Baumbestand für genügend Schatten sorgte, so dass die heiße Junisonne einigermaßen erträglich war.

Im September wird es dann wieder heißen: „Natur und Literatur. Auf den Spuren von Fritz Reuter“, per Auto führt unser Weg über Altentreptow nach Siedenbollentin.


Jahresversammlung 2018

Die Mitglieder des Fördervereins Reutermuseen e.V. trafen sich zur Jahresversammlung am 6. April 2018 in Neubrandenburg. Es wurde der verstorbenen Ehrenmitglieder Frau Lieselotte de Voß, Bielefeld und Herrn Harald Prestien, Lübeck gedacht und mit Dankbarkeit deren Leistungen gewürdigt. Der Bericht des Vorstandes blickte auf eine erfolgreiche Bilanz 2017 zurück. Wieder konnten dank der Beiträge und Spenden der Mitglieder den Museen finanzielle Hilfen gewährt werden. U.a. wurde dem Museum der Festung Dömitz Unterstützung gegeben, um ein Porträt von Reuters Hand der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Zuwendung der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommens ermöglichte dem Verein, neue Faltblätter drucken zu lassen. Auch die schon zur Tradition gewordenen Ausflüge auf den Spuren Fritz Reuters per Fahrrad und Auto hatten wieder große Resonanz gefunden. In guter Erinnerung waren die Gedenkveranstaltungen zum 120 jährigen Bestehen des Reuter-Wagner-Museums und des 200. Geburtstages von Luise Reuter in Roggenstorf, Eisenach und Stavenhagen. Die Teilnehmer wählten für die Dauer von 3 Jahren ihren Vorstand. Vorsitzende bleibt Renate Drefahl,Teterow, Schatzmeisterin ist erneut Ute Mohns, Grammentin, und zum neuen Geschäftsführer wurde Hartfried Räder aus Eisenach gewählt. Der Vorstand dankte der ausgeschiedenen Geschäftsführerin Gudrun Osmann, Lauf, für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement. Die Mitglieder berieten Vorhaben für das Jahr 2018. Eine Herausforderung wird die Erneuerung der Hinweis- und Informationstafeln entlang des Rad- bzw. Autoweges auf den Spuren Fritz Reuters sein. Diese wurden 2003 unter dem Motto“Natur und Literatur“ aufgestellt, der Zahn der Zeit hinterläßt inzwischen seine Spuren. Eine Restaurierung einiger Tafeln ist für dieses Jahr geplant. Altbewährte Aktivitäten, wie die Radtour im Juni, die Unterstützung bei den Reuterfestspielen in Stavenhagen, das Mitwirken bei der Museumshoffete im August und die Autotour nach Altentreptow, Thalberg und Siedenbollentin im September werden von vielen Stavenhagenern und anderen Vereinsmitgliedern mit Freude und Elan aufrechterhalten.

Neues aus Eisenach 


Dank der Initialspende des Fördervereins Reuter-Museen e.V. und mit Fördermitteln des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie ist erfreulicherweise - nach vielen vergeblichen Anläufen - endlich die dringend notwendige Restaurierung der Umfriedung der
Fritz-Reuter-Grabanlage erfolgt und inzwischen fast abgeschlossen.

Im "Denkmalgeflüster" Heft 2/2017 ist ein erster Artikel zur Fritz-Reuter-Grabanlage erschienen
(www.denkmalerhaltungsverein.de/pdf/zeitschrift-denkmalgefluester-2-2017.pdf).
Die ausführliche Dokumentation der Restaurierungsarbeiten wird voraussichtlich im März vorliegen.  

 Am 26. Januar fanden sich Mitglieder des Fördervereins und Gäste zum traditionellen Jahresauftakt im Fritz-Reuter-Literaturmuseum zusammen. Dr. Arnold Hückstädt sprach über das vor 160 Jahren erschienene Werk Fritz Reuters "Kein Hüsung". Reuter hatte bekannt, er habe es "mit meinem Herzblut im Interesse der leidenden Menschheit geschrieben" und hielt es für sein bestes. Das konnte Dr. Hückstädt in seinem hochinteressanten Vortrag bestätigen. Bilder aus dem 1953 gedrehten DEFA-Film untermalten die vorgetragenen Textpassagen. Mit Dokumenten aus dem Basedower Archiv wurde der konkrete historische Hintergrund der Reuterschen Erzählung belegt.
Im Anschluss berieten die Vereinsmitglieder die Vorhaben für das neue Jahr. 
Fotos: Dagmar Wiegert, Michael Häcker

 













... as Hawermann rute kamm, gung hei stillswiegend an de beiden Pird ranne un namm ehr de Slädenklocken af, denn baben von den Kirchthorm herunner klungen annere Klocken, de klungen för de ganze wide Welt, un de Sledenklocken blot för de Landstrat. Schritt för Schritt führten sei dörch dat Dörp, un hir un dor steg en frames Wihnachtslid ut de lütten armen Daglöhnerkathen tau den stillen Hewen up, un baben hadd uns Herrgott sinen groten Dannenboom mit de Dusend Lichter anstickt, un de Welt lag dorunner as en Wihnachtsdisch, den de Winter mit sin wittes Sneilaken sauber deckt hadd, dat Frühjohr, Sommer un Harwst ehre Bescheerung dorup stellen künnen.


Nun klingen sie, die Weihnachtsglocken, und tragen die Botschaft vom Frieden in die weite Welt. Eine Zeit für besinnliche Stunden bei Lichterglanz und Kerzenschein und für einen Rückblick auf das fast vergangene Jahr.

Auch für den Förderverein war das Jahr mit Aktivitäten gefüllt. Unser Faltblatt wurde überarbeitet und mit Unterstützung der Ehrenamtsstiftung MV gedruckt. Wir verfügen über eine eigene Internetseite, die aktuell gehalten wird. In guter Erinnerung bleiben die Ausflüge auf den Spuren Fritz Reuters.

In Eisenach gab es im Juni das 120jährige Bestehen des Reuter-Wagner-Museums zu feiern. In Roggenstorf, Stavenhagen, Neubrandenburg und Eisenach wurde des 200. Geburtstages von Luise Reuter gedacht.

Finanzielle Unterstützung für den Ankauf von Museumsgut und für die Durchführung von Veranstaltungen erhielten das Museum der Festung Dömitz, das Fritz-Reuter-Literaturmuseum und das Reuter-Wagner-Museum. Das ist nur möglich durch Beiträge und Spenden der Mitglieder und Freunde Fritz Reuters.

Für die Verbundenheit danken wir sehr herzlich und

wünschen ein frohes, gesundes Weihnachtsfest sowie ein gutes neues Jahr.
.

 

200. Geburtstag von Luise Reuter
Am 9. Oktober 1817 war Louise Charlotte Marie Kuntze in Grevesmühlen geboren worden. 1851 schloss sie die Ehe mit Fritz Reuter, stand ihm in seiner Tätigkeit als Privatlehrer und selbständiger Schriftsteller sorgend zur Seite.
In diesem Jahr jährte sich ihr Geburtstag zum 200. Mal. Sowohl das Fritz - Reuter - Literaturmuseum als auch das Fritz Reuter - Richard Wagner - Museum hatten zu Gedenkveranstaltungen eingeladen.


In Stavenhagen würdigte Frau Dr. Cornelia Nenz in einem eindrucksvollen Vortrag das bisher noch viel zu wenig beachtete Wirken Luise Reuters für und mit ihrem Mann. Ohne ihre umsichtige Hilfe und Fürsorge wäre wohl manches Werk nicht geschrieben worden.


Frau Dr. Annika Johannsen, Stadtverwaltung Eisenach, Leiterin der Abteilung Museen und Archiv begrüßte die Gäste in Eisenach.


 

 


In Eisenach referierte Hartwig Räder, der bei der Transkription von über 500 Briefen viel über das Leben Luise Reuters und über die Beziehung der Eheleute zueinander erfahren hatte. Einfühlsam schilderte er besonders die Jahre des Zusammenlebens von Fritz und Luise in Eisenach.


An beiden Veranstaltungen nahmen Mitglieder des Fördervereins mit großem Genuss und Erkenntnisgewinn teil.




Anschneiden der Geburtstagstorte in Eisenach.


Neuer Flyer des Fördervereins


Seit Anfang Oktober ist er wieder da - der Flyer des Fördervereins. Unter dem Motto „Vier Museen bewahren und pflegen das Erbe Fritz Reuters“ präsentiert sich der Verein und stellt das
Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen
Regionalmuseum Neubrandenburg
Fritz-Reuter und Richard-Wagner Museum Eisenach
Museum Festung Dömitz
in Wort und Bild vor, einschließlich der Adressen und Öffnungszeiten.
Von dem neuen Faltblatt verspricht sich der Vorstand eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und den Gewinn neuer Mitglieder.
Gefördert wurde der Druck durch die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Auf den Spuren Fritz Reuters. Auto-Tour am 16.September 2017

 

Süh, up den sapperlotischen Verein tau Güstrow giwwt dat klauke Herrn, … sei weiten mit Gelihrsamkeit un mit de Bäukers ok Bescheid. Süh, de heww'n mi un Nahmer Witten dat düdlich utenanner set't: … Was dücht'ge Bauernsöhne sein, das muss nach Belligen hinein un muss die höh're Wirtschaft lern'n“, hatte Fritz Reuter geschrieben.  

Einige dieser „klauken Herrn“ wollten wir auf unserer diesjährigen Auto-Tour, die nach Tellow, Zierstorf und Roggow führte, kennenlernen. Dank der interessanten Führungen durch Frau Angela Ziegler, Direktorin des Thünen-Museums Tellow, und Herrn Rolf-Peter Bartz war es ein anschaulicher Ausflug in die Geschichte der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert.

Uns wurde das Wirken des Agrar- und Wirtschaftswissenschaftlers, Musterlandwirts, Menschenfreunds und Sozialreformers Johann Heinrich von Thünen, Besitzer des Tellower Gutes, der 1817 zu den aktiven Mitbegründern des „Mecklenburgischen Patriotischen Vereins“ gehörte, nahe gebracht. Eine enge Zusammenarbeit verband Thünen unter anderem mit dem Stavenhagener Bürgermeister und Landwirt Georg Johann Reuter, dem Vater Fritz Reuters.

Nach dem Rundgang in Tellow begleitete uns Herr Rolf Peter Bartz zu den Wirkungsstätten der Familie Pogge. Der Weg führte uns u.a. nach Warnkenhagen, Zierstorf und Roggow in eine von der Eiszeit geformte Landschaft. Wir erfuhren, dass seinerzeit der Raum zwischen Teterow und Güstrow zum Ausgangspunkt für neue Entwicklungen in der Landwirtschaft geworden war. Maßgeblich waren hierfür das Wirken Thünens und Carl Pogges sowie dessen Söhne Friedrich und Johann. In: De Urgeschicht von Meckelnborg: heißt es bei Reuter De irsten Inwahners von Meckelnborg wiren de Poggen, … de irsten Börgerlichen in Meckelnborg wiren de Pogge's.



Unsere Unterstützung hatte das Fritz-Reuter-Literaturmuseum auch in diesem Jahr bei der Museumshoffete am Freitag, dem 11.08.2017. Gemäß der Tradition sorgten wir wieder für Äten un Drinken. Zu Gast war ein unkonventionelles Musiker-Trio: Collek-tiv. Hat Spaß gemacht, ihnen zuzuhören und auch mal wieder im Kollektiv zu singen ...








Und wegen der Anfrage: Ehemalige Museumschefin beteuerte, mit Jahreszahlen nichts am Hut zu haben und gerade mal das Geburtsdatum von Fritz Reuter auswendig zu wissen. Aber ein gut funktionierendes Datei-Archiv hilft in vielen Lebenslagen.  Und weil Museumshoffeten zwar mal ins Wasser aber nie ausgefallen waren, ist die Fete 2017 in der Tat die Zwanzigste gewesen.

Und so las es sich damals:

1998:  28. 8. Museums - Hof - Fete für alle unsere   Freunde und die, die es werden wollen

1999: 27.8. Museumshof-Fete, abends: Kabarett mit Tobias Klug, Landsberg

2000: 25.8. Museumshof-Fete mit Essen, Trinken, Tipps für’s Schönsein, und am Abend singt Reinhold Andert

Gute Nachricht aus dem Reuter-Wagner-Museum Eisenach. Hier die Pressemeldung der Stadt Eisenach, uns von der Leiterin des Museum, Frau Arnold, übermittelt:

Historische Grabanlage von Fritz Reuter wird restauriert

 Die Restaurierungsarbeiten an der Einfriedung der historischen Grabanlage des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter und seiner Frau Luise auf dem Eisenacher Hauptfriedhof beginnen am morgigen Donnerstag, 27. Juli. Mit den Arbeiten an der schmiedeeisernen Einfriedung der Grabstätte wurde der Diplom-Metallrestaurator Professor Bernhard Mai beauftragt. Mai arbeitet als freischaffender Metallrestaurator und lehrt an der Fachhochschule Erfurt Restaurierung und Konservierung. Er ist Vorstandsmitglied im Verband der Restauratoren.

Für die Restaurierungsarbeiten wurden der Stadt Eisenach Fördermittel des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in Höhe von 22.000 Euro bewilligt. Unterstützt wird das Vorhaben vom Förderverein Reuter-Museen e.V., der bereits 2014, anlässlich des 140. Todestages des Schriftstellers, 3.000 Euro für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hat.

Die 2011 unter Denkmalschutz gestellte klassizistische Grabanlage wurde 1875 fertiggestellt. Restauriert wird nun die aus 18 Einzelfeldern bestehende schmiedeeiserene Umfriedung, die 1875 vom Berliner Kunstschmied Eduard Puls gefertigt wurde. Aufgrund der Verdienste Fritz Reuters wurde seine letzte Ruhestätte auf dem Eisenacher Hauptfriedhof 1991 zum Ehrengrab ernannt. 2011 wurde der Grabstätte vom Thüringischen Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege der Status eines Kulturdenkmales zuerkannt.

Fritz Reuter wurde 1810 in Stavenhagen / Mecklenburg geboren und verstarb 1874 in Eisenach. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam mit seiner Frau Luise (1817–1894), verbrachte er seinen Lebensabend in Eisenach und ließ sich eine Villa unterhalb der Wartburg erbauen. Bereits 1897 wurde im ehemaligen Wohnhaus des Dichters das Reuter-Wagner-Museum eröffnet. Das älteste Museum der Stadt gehört seit 1958 zum Thüringer Museum Eisenach und präsentiert neben den ehemaligen Wohnräumen Fritz Reuters eine umfangreiche Sammlung zu Richard Wagner.

Mit Natur und Literatur auf den Spuren von Fritz Reuter

Kummerow und sein Schloss, zu Reuters Zeiten im Preußischen gelegen, war das Ziel der diesjährigen „Tour de Reuter“. Vom Reuterdenkmal in Stavenhagen führte der Weg über Wüstgrabow und Maxfelde direkt an den Kummerower See. Die Straßen waren aufs beste gepflastert, und wo nicht, auch mit Fahrrädern noch gut befahrbar.

Das Schloss ließ nach aufwändiger Restaurierung seine einstige Pracht erkennen. Frau Henke, Mitarbeiterin der Schlossverwaltung, gab eine interessante Einführung in die Geschichte des Dorfes und des Gutes. Wir sahen eine einzigartige fotografische Sammlung und erhielten einen Einblick in die Bau- und Nutzungsgeschichte des Hauses.

Fotos: Dagmar Wiegert

 

Am Ufer des Sees wurden dann dank der Kochkünste der Vereinsmitglieder bei einem Picknick neue Kräfte für die weitere Tour gesammelt. Ein Spaziergang führte zum Kummerower Hafen, es bot sich ein weiter Blick über den See in die hügelige Landschaft der „Mecklenburgischen Schweiz“.


Der Besuch des „Gartens der Schwestern“ mit seinen romantischen Plätzen und der Genuss von Kaffee und Kuchen verführte dazu, die Seele baumeln zu lassen. Dieser Garten hätte ob seiner Laubengänge, der Rosenstöcke und Blumenecken wohl auch Reuters Zuneigung gefunden, denn bei der Anlage seines Gartens in Eisenach hatte er sich seiner alten Liebhaberei gewidmet. 

Auf gleichem Wege wurden wir dann von unserem Ausfluge in die Umgegend in die Stadt, und zwar auf den Marktplatz, zurückgeführt. (Ranate Drefahl)

120 Jahre Reuter-Wagner-Museum,

Freudig gestimmte Gäste zur Feier versammelte die Leiterin des Museums Christina Arnold in Eisenach.

Kulturprogramm, Vorträge, Gänge durch das Haus und den Garten. Ein schönes Fest war's, und zwei Vertreterinnen des Fördervereins waren dabei...






 

Die Fritz Reuter Gesellschaft, die John Brinckman Gesellschaft und die Johannes Gillhoff Gesellschaft hatten in diesem Jahr zur gemeinsame Jahrestagung vom 31. März bis zum 2. April nach Ludwigslust eingeladen. Die Stadt empfing ihre Gäste bei  prächtiger Frühlingssonne, mit dem ersten zarten Grün an den Bäumen und mit Blümchen rot, gelb und blau in den Rabatten.Doch wie bei Tagungen meist üblich, sie finden in Konferenzräumen statt - schade.

Für die alljährliche Kuratoriumssitzung und Mitgliederversammlung des Fördervereins Reuter-Museen stand der Tagungsraum des Hotels „Erbprinz“ zur Verfügung. 

Der Tätigkeitsbericht verwies auf ein reges Vereinsleben. Die Ausfahrten per Auto und Fahrrad zu mit Reuter verbundenen Orten waren den Mitgliedern noch in guter Erinnerung. Das für die Präsentation des Vereins bei Messen und anderen Veranstaltungen erstellte Rollup wurde den Mitgliedern vorgestellt. Eingesetzt war es u.a. bisher bei den Ehrenamtsmessen und bei der Teilnahme des Fördervereins zum Europäischen Tag der Sprachen in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin.

Wieder konnte der Verein den Reuter-Museen in verschiedener Weise Unterstützungen gewähren.  Finanzielle Hilfen gab es für die Anschaffung von Museumsgut, bei der Veranstaltungstätigkeit oder für die Präsentation im Internet. Vereinsmitglieder halfen bei besonderen Veranstaltungen, wie in Stavenhagen zu den Reuterfestspielen beim Buchverkauf oder bei der Betreuung von Kindern auf dem Museumshof. Der Förderverein stellte dafür einen „Autoteppich“ zur Verfügung, auf dem Kinder unter Beantwortung von Quiz-Fragen ein Rallye auf den Spuren Fritz Reuters nachspielen können. Für die Museumshoffete hatten Vereinsmitglieder wieder die kulinarische Betreuung übernommen.

Die Berichte aus den Museen machten die vielfältigsten Aktivitäten zur Bewahrung des literarischen und künstlerischen Erbes Fritz Reuters deutlich. Sonderausstellungen, Lesereihen, Führungen für spezielle Besuchergruppen, musikalische und literarische Nachmittage oder Abende, Veranstaltungen zur Bewahrung der niederdeutschen Sprache bereicherten die Museumsangebote. Einen guten Zuspruch fanden u.a. in Eisenach der Neujahrsspaziergang, in Stavenhagen die Reuterfestspiele, die Museumshoffete oder die nun schon zum 18. Male festliche Verleihung des Fritz-Reuter-Literaturpreises. Viele Besucher kamen auf die Festung Dömitz zum Festival der niederdeutschen Sprache und Musik. Das Regionalmuseum Neubrandenburg konnte mit Sonderausstellungen, Lesungen und Gesprächsrunden viele Menschen zu einem Besuch des Franziskanerklosters ermuntern. 

Besprochen wurden auf der Tagung die Vorhaben für das Jahr 2017. Für die touristische Strecke „Natur und Literatur. Auf den Spuren Fritz Reuters.“ ist eine Bestandsaufnahme und notfalls Erneuerung der Informationstafeln notwendig. In Altentreptow ist die Einrichtung einer Heimatstube vorgesehen, darin soll dem Aufenthalt Reuters in dieser Stadt gedacht werden. Der Flyer mit den Informationen zum Förderverein wird überarbeitet und neu aufgelegt.

Auch die Ausfahrten zu mit Fritz Reuter verbundenen Erinnerungsstätten sind wieder in den Jahresplan aufgenommen worden.      

Am 19. Februar erlebten wir in Schwerin die Theateraufführung von „Kein Hüsung“. Viele Menschen aus dem näheren und ferneren Umkreis Stavenhagens waren nach den Schilderungen von Ulrike Stern neugierig auf „Kein Hüsung“ geworden. 2 Reisebusse wurden für die Theaterfahrt nach Schwerin gechartert.






Da bis zum Beginn der Vorstellung noch etwas Zeit blieb, ermöglichten die Busfahrer eine kleine Stadtrundfahrt. Das Schloss präsentierte sich in aller Schönheit.


Die bemerkenswerte Aufführung des Reuterschen Versepos durch die Fritz-Reuter-Bühne Schwerin wird allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Geradezu nachvollziehbar war das tiefe Mitgefühl und die Intention Fritz Reuters, die unerträgliche soziale Lage und Rechtlosigkeit der mecklenburgischen Tagelöhner zum Inhalt seiner zeitkritischen Dichtung zu machen. 

Wir erlebten eine großartige Leistung des gesamten Ensembles in der Inszenierung von Bernd Reiner Krieger und mit der Dramaturgie von Ulrike Stern. Es passte alles aufs beste zusammen, das sparsame und doch so aussagekräftige Bühnenbild, die Videoprojektionen, die Kostüme, die Musik und das Spiel der Künstler.

Uns wurde Theater der besten Art geboten. Die Darsteller überzeugten mit einer zu Herzen gehenden Einfühlung in die handelnden Personen. Miterlebbar waren die Liebe, die Not, das Leid, die Verzweiflung, das Mitgefühl, die Hilflosigkeit und die letzte Hoffnung auf Gerechtigkeit auf der einen, sowie Hartherzigkeit und Bigotterie auf der anderen Seite.

Die Fritz-Reuter-Bühne hat sich und der Öffentlichkeit mit der erneuten Umsetzung von „Kein Hüsung“, 160 Jahre seit dem ersten Erscheinen dieses bedeutenden Werkes der niederdeutschen Literatur, zu ihrem 90jährigen Bestehen ein wahres Geschenk gemacht. Wir wünschen dem gesamten Team für die Zukunft genau solche weiteren glücklichen Handgriffe in die Theaterkiste und sagen Danke. 

„Diese kleine naturgetreue Erzählung“, die Geschichte um Jehann und Marieken, war auch an diesem Abend, ganz dem Wunsche Reuters entsprechend, „ergreifend in's Publikum eingeschlagen". Und die Art der Aufführung durch die Fritz-Reuter-Bühne Schwerin wird noch lange nachwirken.   (R. Drefahl)

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________-__

Am 3. Februar 2017 fanden wir uns im Fritz-Reuter-Literaturmuseum zu unserem traditionellen Jahresauftakt zusammen. Die weiteren Vorhaben des Fördervereins für das neue Jahr wurden beraten.
Zu Gast war diesmal die engagierte und temperamentvolle Dramaturgin der Fritz-Reuter-Bühne, Ulrike Stern, mit ihrem spannenden Vortrag "Neugierig auf 'Kein Hüsung'?!"



 

 25 Jahre Förderverein Reuter - Museen e.V.

Dr. Dieter Scheven, Düsseldorf

Alles begann 1991 nach der deutschen Wiedervereinigung. Damals mussten die meisten der solange staatlichen Museen einen neuen Träger finden. Das waren in der Regel die Gemeinden. Wie sich deren Finanzen entwickelten, war nicht abzusehen. Da schlug H.-J. Griephan, der ehemalige Präsident der Fritz-Reuter-Gesellschaft (FRG), vor, einen Förderverein zu gründen, um die neuen Träger finanziell und ideell zu unterstützen. Herr Griephan fragte mich, ob ich den Vorsitz übernehmen wolle. Ich stand kurz vor der Pensionierung und sagte zu. Die erste Mitgliederversammlung der FRG nach der Grenzöfnung war am 16. März 1991 in Lüneburg. Dort beschloss man, einen Förderverein für alle vier Reutermuseen zu gründen. In den Vorstand wurden als Schatzmeister Harald Prestien aus Lübeck, als Geschäftsführer Peter Starsy aus Neubrandenburg und als Vorsitzender ich berufen. Ich war damals nach meiner Pensionierung im Kuitusrninisterium Schwerin beratend tätig. Das ergab ein einigermaßen gesamtdeutsches Bild. Als Vereinssitz wurde Neubrandenburg gewählt, wohin die FRG ebenfalls umzog. Die Hauptarbeit aber wurde in Stavenhagen geleistet. Dort übernahm 1993 Cornelia Nenz aus Neustrelitz die Museumsleitung.

Die Satzung sah neben dem Vorstand ein Kuratorium vor. Dessen Vorsitz übernahm 10 Jahre lang Bernhard Wähling, Sparkassen-Direktor in Demmin. Er schaffte eine Verbindung zu mehreren großen Sponsoren der ersten Jahre. Aber auch die Spendenfreudigkeit der Mitglieder war von Anfang an groß. Zur DM-Zeit kamen dank namhafter Einzelspendenjährlich rd. 8.000 DM zusammen, heute kommen 3-4.000 Euro auf.

Vereinsversitzender war von der Gründung bis 1998 ich, dann folgten als Vcrsitzende drei Jahre Dr. Hans-Joachim Bartsch aus Rostock, 2001 für weitere 14 Jahre Bärbel Liebezeit und heute Renate Drefahl. Schatzmeister war von der Gründung bis 2012 Harald Prestien, danach Renate Drefahl.

Der Verein förderte in den vergangenen 25 Jahren die Arbeit der Museen vielseitig.Wiederholt ermöglichte er den Erwerb von Handschriften und Bildern, vornehmlich in Stavenhagen. So konnte das Museum dort im letzten Jahr mit Hilfe des Vereins ein Konvolut mit Briefen Fritz Reuters an seinen Freund Fritz Peters aus dem Nachlass des Verlegers Konrad Reich erwerben, bei dem die letzte vollständige Ausgabe der Werke Fritz Reuters erschien. Umfassende bauliche Renovierungen der Museen unterstützte der Verein in Dömitz, Eisenach und Neubrandenburg. In Dömitz finanzierte er in der Hauptwache die Einrichtung des Raums, in dem Reuter als preußischer Staatsgefangener einsaß.1997 organisierte der Verein in Bad Liebenstein ein Reuter-Symposium, das neue Erkenntnisse über Reuters Lebensabend in Eisenach brachte (vgl. Beiträge der Fritz Reuter Gesellschaft, Bd. 8).ln Stavenhagen wurde ein Radwanderweg auf Fritz Reuters Spuren (Themenheft „Natur und Literatur“) geschaffen. Aus zusätzlichen Mitgliederspenden wurde für Eisenach eine Luise Reuter Bronzebüste erworben. Für das Reutergrab in Eisenach wurde der Stadt ein größerer Zuschuss zugesprochen. Im Reuter-Jahr 2010 organisierte der Verein eine Wanderausstellung über Fritz Reuters Leben und Werk. In mehreren Städten mit besonderer Reutertradition außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Besonderen Anklang und ein Nachleben bis heute fand die Ausstellung in der sog. Hufeisensiedlung in Berlin-Britz. Wiederholt leistete der Verein Druckkostenzuschüsse für Bücher über Fritz Reuter, zuletzt für Arnold Hückstädts neuestes Buch über Fritz Reuter als Maler und Zeichner, und von Sekundärliteratur zu Fritz Reuter. Alljährlich richtet der Verein in Stavenhagen die sommerliche Museumshofete aus. Dort veranstaltet der Verein auch jährlich für Mitglieder  und Freunde des Vereins eine Rad- oder Autowanderung zu Reuterstätten und anderen literarischen Plätzen in der Umgebung.